Mein Ausreiseantrag


Erinnerungen von

Quentin Quencher

 

Paperback
BoD 2018
ISBN: 9783752812558
€ 7,50

 

EBook
ISBN:
€ 4,99

 
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Wie dieses Buch entstand – Das Vorwort


Eigentlich sollte der Text ›Ein politisierter Osterstrauß‹ nur ein Blogpost für ›Glitzerwasser‹ und die ›Achse des Guten‹ werden und in der Hauptsache, wie das bei Texten dieser Art üblich ist, Tagesaktuelles besprechen, mit Rückgriffen auf die zur Herleitung notwendigen Erkenntnisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit.

 

Doch dann kam es anders. Bislang hatte ich mich recht wenig mit meiner Kindheit und Jugend in der DDR beschäftigt. Jedenfalls nicht öffentlich, privat in meinem stillen Kämmerlein tue ich dies natürlich ständig. Nicht wegen irgendwelcher Traumata, die ich mit mir herumschleppen würde, jedenfalls möchte ich nicht jede erlittene Verletzung zu einem solchen aufbauschen, nein, diese Rückgriffe geschehen einfach, um das eigene ›Ich‹ besser zu verstehen. Warum man eben so geworden ist, wie man ist. Jeder, der ein wenig zur Selbstreflexion neigt, tut das, egal wo und wie er aufgewachsen ist.

 

Diese meine Geschichte eines Ausreiseantrages aus der DDR, kann deshalb nicht erzählt werden, ohne eine kurze Beschreibung der Welt, in der ich entstand. Menschen werden gemacht, von ihrer Umwelt, den Lebens-umständen, ihrer Herkunft, und doch ist oft mehr in ihnen, etwas was wohl von Geburt an angelegt ist und nur darauf wartet geweckt zu werden. Doch dann, wenn dies geweckt wurde, was von anderen als die ganz spezielle Persönlichkeit wahr genommen wird, beginnt die Abgrenzung und Zuordnung in allen möglichen und unmöglichen Lebenszusammenhängen.

 

Ich will damit nicht sagen, dass ich zum Oppositionellen in der DDR erzogen wurde, dies keinesfalls, doch meine Umwelt machte mich dazu. Von da an, von diesem Augenblick, als klar war, dass ich mich als nicht zugehörig zum System DDR empfand, und das war schon in der Kindheit, gab es nur noch diesen für mich gangbaren Weg. Es erforderte keine Überwindung die DDR zu verlassen, es war geradezu zwangsläufig. Wäre ich dort geblieben, ich hätte mich verbiegen, mir selbst ins Gesicht lügen müssen.

 

Viele dieser Erinnerungen drängten sich nun in den Vordergrund, als ich den ›Osterstrauß‹ schrieb, das meiste davon steht nicht hier in diesem Buch, es wäre ein eigenes geworden, nur vier kleine Episoden, als Prolog, die erzählen, aus welchem Nest ich komme. Elternhaus und Milieu bedürfen einen kurzen Blick, nur um zu verstehen, was für ein Mensch der Quentin eigentlich ist. Immer hat eine Geschichte auch ein Vorspiel.

 

Kommen wir zurück zum ›politisierten Osterstrauß‹; als der geschrieben und in den beiden Blogs veröffentlicht war, erste Rückmeldungen eintrudelten, wurde klar, ich muss weiter erzählen. Genau das geschah dann auch und so ist diese kleine Geschichte meines Ausreiseantrages entstanden.